Entstehung einer Rodelbahn

Schon lange vor dem Bau der heute in Ilmenau am Floßberg gelegenen Plastikrennrodelbahn, begann die Geschichte des Ilmenauer Schlittensports.

So entstand anfang des 20. Jahrhunderts ein Bobclub als Unterabteilung des Ilmenauer Wintersportvereins. Die ersten offiziellen Bobrennen wurden 1908 auf der Gabelbachstraße zwischen Stützerbach und Ilmenau ausgetragen. Hier gingen Fünferbobs, u.a. die erste Ilmenauer Bobmannschaft auf dem Bob "Kickelhahn" an den Start.

1909 begann der Bau einer Rodelbahn am Gabelbach, ihre Länge betrug 2750 m, mit einer Breite von 4 m und einem maximal Gefälle von 12%. Hier wurden regelmäßige Bobsleigh-Rennen veranstaltet. Der damalige Bobclub unterhielt in dieser Zeit 16 ständige Bobsliegh-Mannschaften. Neben dem Bobsport entwickelte sich auch der Lenkrodelsport.

Mit dem Voranschreiten der Geräte- und Technikentwicklung und damit einhergehenden höheren Geschwindigkeiten wurde 1923 der Bau einer speziell angepassten Bobbahn notwendig. 1926 wurde dazu eine Kunstbahn am Nordhang des Lindenbergs angelegt. Diese führte auf einer Länge von 1908 m über fünf Kurven in das Gabelbachtal. Das Eröffnungsrennen fand am 09. Januar 1927 statt. Ein Jahr später wurde ein elektrischer Schlitten- und Personenaufzug installiert. Zu den bekanntesten Mannschaften zählten neben Bob "Kickelhahn" (Team 1 und 2) auch Bob "Mücke" (Härtel) und Bob "Hertha" (Gebrüder Harz). Ilmenaus berühmtester Bobfahrer war Bibo Fischer.

Die Kunstbahn wurde wenige Jahre später, in der Mitte der dreißiger Jahre auf Grund zahlreicher Stürze (durch starkes Gefälle und enge Kurven) für den Bobsport gesperrt, jedoch weiterhin für den Rodelsport genutzt.

 

 

Kurve an der Goetheschule

Es fanden bis in die sechziger Jahre zahlreiche nationale und internationale Meisterschaften statt:

  • 1913: 1. Deutsche Rodelmeisterschaft
  • 1920: 4. Deutsche Rodelmeisterschaft
  • 1924: Deutsche Lenkrodelmeisterschaft
  • 1934: IV. Europameisterschaft
  • 1958: Deutsche Rennschlittenmeisterschaft
  • 1960 - 1967: I. - VIII. Internationaler Lindenbergpokal für Junioren
  • 1962: DDR-Meisterschaft

1976 entstand die Idee einer Plastikrodelbahn (Gerhard Kirchner & Hans Handrich). Die heute noch bestehende Rennschlittenbahn "Wolfram Fiedler" am Floßberg wurde am 07. Oktober 1989 eingeweiht. Die ganzjährig befahrbare Bahn erstreckt sich über eine Länge von 460 m über acht Kurven und besitzt ein Gefälle von 12%.Wettkampfhöhepunkte sind seit vielen Jahren der Internationale FIL-Sommerrodelcup, bei dem sich Spitzensportler und Junioren messen können und das "Wolfram-Fiedler-Gedächtnisrennen" ausgetragen durch die Jugend-Altersklassen.

 

 

Bau der Rennschlittenbahn "Wolfram-Fiedler"
Die Plastikbahn während der Bauphase (Blick auf die Kurven 6 & 7)

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